Zypern-Krise: Wie sicher ist das angelegte Tagesgeld?

Die Finanz- und Bankenkrise in Zypern hat die deutschen Sparer tief verunsichert. Viele machen sich Sorgen um ihr Erspartes, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Doch die Panik ist fehl am Platz, existieren in Deutschland doch zahlreiche Sicherungsmechanismen, die Tagesgelder und Co. schützen.

In diesen Tagen sorgt ein neuer Vorschlag der EU für Ärger und Angst bei den Sparern, demnach sollen Großsparer künftig für Bankenrettungen herangezogen werden. Dennoch: Experten halten eine Zwangsabgabe, wie sie in Zypern beschlossen wurde, in Deutschland nicht für möglich. Zudem sind einerseits die Sicherungssysteme der deutschen Banken sehr zuverlässig, andererseits sorgt die Bankenaufsicht – geregelt im Kreditwesengesetz (KWG) – für eine Kontrolle aller Bankgeschäfte. Angst ist bei Investitionen immer ein schlechter Ratgeber, anstatt jetzt das Geld unter dem Kopfkissen aufzubewahren, sollten Kunden ihre Bank noch sorgfältiger aussuchen. Wer dennoch Angst um seine angelegten Tagesgelder hat, sollte Experten zufolge das Risiko weiter streuen, etwa, indem das Vermögen nicht bei einer einzigen Bank angelegt wird. Vorteile bieten hier Direktbanken und ausschließlich online geführte Tagesgeldkonten. Mit wenigen Mausklicks kann über das Guthaben verfügt haben, wenn sich Probleme ankündigen. Hingegen sind Transaktionen am Geldautomaten weniger schnell und flexibel.

Sicherheitsgarantien für angelegte Tagesgelder

Deutsche, aber auch ausländische Banken weisen ein dichtes Sicherheitsnetz auf, mit dem im Fall der Fälle Erspartes geschützt bleibt. Basis bildet die gesetzliche Einlagensicherung, die nach dem „Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz“ (EAEG) geregelt ist. Alle Banken sind gesetzlich verpflichtet, sich diesem Verfahren anzuschließen, so sind pro Bank alle Gelder bis zu einer Höhe von 100.000 Euro geschützt. Daneben sichern sich Banken zusätzlich auf freiwilliger Basis ab. So gehören alle Institute mit einer deutschen Banklizenz dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds des „Bundesverbandes deutscher Banken“ (BdB) an. Viele Großbanken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank gehören diesem Verband an, Einlagen bei diesen Banken sind in Millionenhöhe abgesichert. Aber auch viele Direktbanken und Niederlassungen ausländischer Institute sind Mitglied. Hohe Sicherheit bieten beispielsweise die Comdirect mit 117 Millionen Euro pro Sparer oder die ING-Diba mit 1,49 Milliarden pro Kunde. Raiffeisen- und Volksbanken sowie Sparkassen besitzen weitere eigene Sicherungssysteme. Sparkassen sind etwa durch den Haftungsbund abgesichert, öffentliche Institute gehören dem Einlagensicherungsfonds des „Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands“ (VÖB) an. Voraussetzung für diese Sicherungsvarianten ist, dass Kunden ihre Tagesgelder in Euro oder einer anderen Währung eines EU-Mitgliedsstaates anlegen.