Tagesgeldzinsen im Juli – die wichtigsten Änderungen

Der Juli neigt sich langsam seinem Ende zu, Anlass genug, sich die Anlagesituation auf dem Tagesgeldmarkt einmal genauer anzuschauen. Wenig überraschend: Im Sinne des derzeitigen Niedrigzins-Trends haben erneut viele Banken ihre Zinsen gesenkt.

Waren im Jahr 2012 noch durchschnittliche Zinsen von 2,5 Prozent möglich, erscheinen diese aus heutiger Sicht utopisch hoch. Eine der vielen Banken, die ihre Zinsen erneut angepasst hat, ist die DAB Bank. Der Aktionszins für neue Kunden wurde von 1,5 auf nun 1,3 Prozent abgesenkt. Immerhin gibt die Bank eine Zinsgarantie von sechs Monaten, alle Kunden, die ein neues Tagesgeldkonto eröffnen, erhalten für diesen Zeitraum die höheren Zinsen, jedoch nur bis zu einem Anlagebetrag von 50.000 Euro. Für Bestandskunden sehen die Zinsen noch düsterer aus, sie erhalten nur 0,8 Prozent auf ihr Erspartes. Ebenfalls 1,3 Prozent erhalten Kunden von Cortal Consors. Hier fällt die Zinsgarantie für Neukunden etwas besser aus, sie können 12 Monate von den höheren Zinsen profitieren. Eine weitere Änderung betrifft die Bestandskunden, sie erhalten statt bisher 1 Prozent nur noch 0,8 Prozent auf ihr Tagesgeld. Kunden, die bei der Ikano Bank ein neues Tagesgeldkonto eröffnen, müssen sich ab dem 3. Juli mit weniger Zinsen zufriedengeben. Zuvor erhielten sie 1,56, nun 1,4 Prozent. Die Bank entfernt sich mit dieser Neuerung ein ganzes Stück von den Spitzenplätzen im Zinsranking. Auf den vorderen Plätzen im Juli ist etwa MoneYou zu finden. Hier erhalten Neu- und Bestandskunden gute 1,55 Prozent. Etwa weniger bekommen Neukunden der ING-DiBa: 1,50 Prozent für einen Zeitraum von vier Monaten. Kunden, die bereits ein Konto haben, erhalten 1 Prozent. Die Änderungen zeigen aber auch: Aktionszinsen liegen meist deutlich höher als die Zinsen für Bestandskunden, vergleichen und wenn nötig ein Wechsel des Anbieters lohnen weiterhin.

Null Zinsen: Geringe Anlagesummen schmälern Zinsgewinn

Doch es geht noch schlechter. Nach aktuellen Auswertungen der „Welt am Sonntag“ und dem Vergleichsportal Verivox vergeben 422 Banken null Prozent Zinsen auf Tagesgelder. Besonders Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken fallen hier negativ auf. Während Regionalbanken durchschnittlich 0,30 Prozent Zinsen versprechen, sind es bei den überregional agierenden Kreditinstituten bereits 0,77 Prozent, noch besser bezahlen Direktbanken. Sparer sollten beim Vergleichen genau hinschauen, denn nicht immer ist die Null-Zins-Politik so offensichtlich. Viele Banken koppeln den Zinssatz an die Anlagesumme, bei einigen Anbietern erhalten Anleger erst Zinsen, wenn 50.000 Euro angelegt werden. Liegt das Ersparte unter der Mindesteinlage, gibt es keine Zinsen. Wird aus Versehen zu viel Geld abgehoben, kann das Ersparte im schlimmsten Fall unter die Grenze fallen – es werden keine Zinsen mehr bezahlt.