Tagesgeld: Ende der Niedrigzinsphase erst 2015?

Tagesgeld 2014: Ende der Niedrigzinsphase erst 2015?

Guthabenzinsen von Sparanlagen wie Fest- und Tagesgeld bereiten Experten spätestens seit der letzten Leitzinsabsenkung zunehmend Sorgen. Immer mehr Banken passen ihren Zinssatz sukzessive an den aktuellen Leitzins von 0,25 Prozent an. Ein Ende dieser Entwicklung ist auch in diesem Jahr nicht zu erwarten. Analysten verschiedener Banken und Interessensverbände rechnen sogar damit, dass erst 2015 eine spürbare Besserung eintritt.

Das vergangene Jahr war kein erfreuliches für Tagesgeldsparer. Sie mussten gleich zwei Senkungen des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank (EZB) hinnehmen. Die letzte liegt gerade einige Monate zurück, doch EZB-Präsident Mario Draghi stimmt die Sparer auf eine lang andauernde Niedrigzinsphase ein. Sogar eine weitere Senkung des Leitzinses ist zu befürchten, wenn die Konjunktur in den europäischen Krisenstaaten nicht anzieht. Zwar sind die Tagesgeldzinsen nicht unmittelbar an den Leitzins gekoppelt – mit Ausnahme des LeitzinsPlus-Kontos von Barclays – dennoch haben viele Banken ihre Zinsen im Jahresverlauf kontinuierlich nach unten angepasst. Derzeit bewegen sich die Spitzenreiter des Rankings um die Inflationsrate von 1,5 Prozent herum. Im Januar 2014 bietet etwa ING-DiBa noch 1,50 Prozent für Tagesgelder an. Immer wieder brechen vor allem Direktbanken aus dem allgemeinen Trend aus und erhöhen für einen kurzen Zeitraum die Zinsen, etwa für Neukunden. Nach wie vor ist die Differenz zwischen Leitzins und durchschnittlichem Tagesgeldzins noch recht hoch, dies spricht eher für eine weitere Absenkung der Zinsen im Jahresverlauf. Mit spürbaren Absenkungen ist vor allem dann zu rechnen, wenn der Leitzins erneut gesenkt wird. Noch immer liegen die Inflationsraten im Euroraum unter den Erwartungen der EZB. Ökonomen rechnen damit, dass sich die Teuerungsrate in diesem Jahr auf 1,1 Prozent einpendeln wird, noch immer weit entfernt vom angestrebten Zielwert der EZB von 2 Prozent.

Positiver Zinstrend wird von den USA ausgehen

Zahlreiche Experten sehen eine Kehrtwende erst für Ende 2014 beziehungsweise 2015. Wie lange die Niedrigzinsphase noch andauern wird, darüber sind sich die Analysten jedoch uneinig. ING-DiBa rechnet mit einem Aufschwung frühestens in ein bis zwei Jahren, auch die Ökonomen von CosmosDirekt rechnen erst 2015 oder 2016 mit ansteigenden Tagesgeldzinsen. Zum selben Schluss kommt ebenfalls der Bundesverband Öffentlicher Banken (VÖB), erst Ende 2014, Anfang 2015 werden Sparer erste positive Tendenzen bemerken. Gegen eine frühere Besserung sprechen gleich mehrere Faktoren. So ist die Konjunktur im Euroraum nach wie vor schwach, die Inflation weiter rückläufig, zuletzt korrigierte Eurostat seine Prognose für den Dezember um einen Prozentpunkt auf 0,8 Prozent. Einer Studie der Wirtschaftsberatung EY zufolge, die Anfang Januar vorgestellt wurde, wird die Arbeitslosigkeit in den Krisenländern noch einmal um 0,5 Prozent ansteigen. Ein Lichtblick kommt hingegen aus den USA: Ende Dezember kündigte die amerikanische Notenbank Fed an, die Politik des billigen Geldes langsam zu beenden und die Anleihekäufe von 85 Milliarden auf 75 Milliarden US-Dollar monatlich zurückzufahren.

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