Rating Agenturen drohen mit Herabstufung – Auswirkungen auf Tagesgelder?

Aktuell regen sich wieder viele Anleger und Politiker über die Rating Agenturen auf, weil manche Eurostaaten und auch Banken unter verschärfter Beobachtungen stehen, und sogar über die Herabstufung von Staaten wie Deutschland „diskutiert“ wird. Doch welche Auswirkungen hätte es eigentlich auf sehr sichere Anlagen wie das Tagesgeld, wenn die Agenturen das Rating tatsächlich abstufen würden?

Um diese Frage zu beantworten, muss man zwischen Banken und Staaten unterscheiden. Angenommen, die Rating-Agenturen würden das Rating für eine große deutsche Bank herabstufen. Die logische Konsequenz dessen wäre, dass die betroffenen Bank nun höher Zinsen zahlen muss, weil die Bonität (angeblich) gesunken ist. Bei Staaten wie Griechenland oder Italien hat man diese Entwicklung bereits eindrucksvoll beobachten können. Wenn die Bank also aufgrund der schlechteren Bonität höhere Zinsen zahlen muss, weil ansonsten weniger Anleger investieren würden, dann müsste sich das zumindest in der Theorie auch auf das Tagesgeld auswirken. Die betroffenen Banken müsste also eigentlich höhere Tagesgeldzinsen zahlen.

Herabstufung der Staaten – Einlagensicherung noch sicher?

Eine Herabstufung der Staaten hätte hingegen – auch nicht theoretisch – solche direkten Auswirkungen auf Anlageformen wie das Tagesgeld. Was sich Anleger jedoch fragen könnten ist, ob die Einlagensicherung wirklich noch so sicher wie zuvor ist. Denn auch wenn die Banken in die Einlagensicherungsfonds einzahlen und somit im Insolvenzfall einer Bank gegenseitige Unterstützung leisten würden – am Ende steht auch hier der Staat hinter den Forderungen der Anleger und muss dafür sorgen, dass alle Sparer ihr Geld zurück erhalten. Man erinnere sich nur an die Aussage der Bundeskanzlerin in 2008, dass alle Spareinlagen in Deutschland sicher sein würden und der Staat dafür die Garantie übernehmen würde. Allerdings ist die Frage, wie ein Staat mit rund zwei Billionen Euro Schulden die Insolvenz einer Großbank „auffangen“ will. Insofern hätte die Herabstufung der Bonität der Staaten eher indirekte Auswirkungen auf Anlageformen wie das Tagesgeld, nämlich eine zumindest gefühlsmäßig wahrgenommene Verringerung der Sicherheit.